7. September 2009
In Deutschland haben sich über ein Dutzend etablierte Blogger zusammengetan, um im «Internet-Manifest» ihre Position bezüglich dem angespannten Verhältnis zwischen den digitalen Mikropublizisten und den Journalisten und Verlegern der etablierten Massenmedien zu definieren. Das Echo in der Blogosphäre ist durchzogen. In den Kommentaren zum Manifest ist von «sehr schön» bis zu «anmassende Sammlung alter Hüte» alles zu finden. (mehr…)
11. August 2009
Ein Gespenst geht um im deutschsprachigen Teil der Blogosphäre, von Twitterland und Facebook. Die aktuelle Ausgabe des «Spiegels» behauptet auf der Titelseite die Notwendigkeit der Regulierung des Internets («Netz ohne Gesetz. Warum das Internet neue Regeln braucht.», Heft 33/2009).
Diesseits und jenseits Internets hält sich hartnäckig der Mythos, die einzige Regel des Internets sie die Unreguliertheit! Alles ist möglich im Internet: jede Fantasie kann ausgelebt und jede kriminelle Energie entladen werden. Doch verhält sich das wirklich so? Ist das Internet der unregulierte Raum schlechthin? Und worin fühlen sich die wachsamen Bürgerinnen und Bürger sowie Politikerinnen und Politiker gestört, die nach einer Regulierung des Internets verlangen? (mehr…)
2. April 2009
Präsentation gehalten von Christian Schenkel am 1. April 2009 im Rahmen der Vorlesung «Der Markt für politische Inhalte im Internet» von Patrick Rademacher am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ).
28. März 2009
Diese Woche ist das Komitee «Rettet den Bund» erstmals vor die Presse getreten. Dem Komitee gehören inzwischen 13‘000 Mitglieder an. In der Form eines Vereins soll im Mai 2009 parallel zum Komitee eine Trägerschaft mit dem Namen «Verein Berner Medienvielfalt» gegründet werden. Der Verein will sich gegen ein drohendes Pressemonopol im Grossraum Bern zur Wehr setzen.
Ich unterstütze das Komitee «Rettet den Bund» nach meinen Möglichkeiten und setze mich insbesondere für einen «Bund 2.0» ein. Und zwar aus folgenden Gründen. (mehr…)
6. März 2009
Im Medienteil der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 6. März 2009 debattieren Ronnie Grob, Blogger bei «medienlese.com», und Otfried Jarren, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Zürich, über die gesellschaftspolitische Bedeutung des Internets. Während Grob in seinem Beitrag «Das Internet fördert die Demokratie» die sich im Internet manifestierende «Weisheit der Vielen» preist, behauptet Jarren in «Unersetzbare soziale Institutionen» die nach wie vor geltende Notwendigkeit einer von professionellen Journalisten vermittelten massenmedialen Öffentlichkeit, die die Gesellschaft kommunikative organisiert. Nach meinem Dafürhalten sind beide Positionen sowie richtig als auch falsch. (mehr…)
3. Dezember 2008
Das Thema massenmediale Öffentlichkeit versus Blogosphäre hat derzeit Konjunktur. Im englischen Sprachraum hat der renommierte IT-Publizist, Nicholas Carr, anfangs November 2008 die Blogosphäre für tot erklärt (vgl. «Who killed the blogosphere?»). Einige Tage zuvor hat David Bauer in der «SonntagsZeitung» die Schweizer Blogosphäre in die Wüste geschickt (vgl. «Bla-Bla-Blogger – die Rebellen versinken im Mittelmass» (PDF)). Im Berner «Bund» vom 18. November 2008 teilt uns Hans-Jürgen Jakobs, Chefredaktor der Online-Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung», seine kritische Einschätzung der Blogosphäre mit. In Deutschland sieht er immerhin «Anzeichen, dass einzelne Beiträge von Bloggern eine Debatte in Gang bringen und auf Fehlentwicklungen hinweisen». Aber sonst, so zitiert ihn der «Bund» weiter, sehe er «viel Geschwätz, Halbwissen und Wichtigtuerei». (mehr…)
3. November 2008
Wieder einmal holt ein Journalist aus der holzverarbeitenden Industrie (sprich: Printjournalist) zu einem Rundumschlag gegen Blogs und Blogger aus. Im Bund «Multimedia» der «SonntagsZeitung» vom 2. November 2008 behauptet David Bauer unter dem Titel «Bla-Bla-Blogger – die Rebellen versinken im Mittelmass», dass Schweizer Weblogs ihrem Anspruch auf Themensetzung nicht gerecht würden (Artikel online nicht verfügbar).
Zugegeben: Die hiesige kann man im Gegensatz zur us-amerikanischen Blogosphäre durchaus als unterentwickelt beurteilen. In den USA werden politische Blogs von den Meinungsmachern und Experten in einem Atemzug mit den traditionellen Medien zitiert. Der aktuelle Wahlkampf um die Nachfolge von Gorge W. Bush dokumentiert dies eindrücklich. Was also läuft schief in der helvetischen Blogosphäre? Es gibt verschiedene Gesichtspunkte, unter denen man die jüngsten Entwicklungen in der Online-Kommunikation diesseits und jenseits des Atlantiks beurteilen kann.
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21. Juni 2008
Das Internet hat in den letzten Jahren zwei Megatrends in der Kommunikationspraxis hervorgebracht: Einerseits verlieren die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit zunehmend an Konturen. Andererseits greifen dialogische Kommunikationsformen immer mehr in hierarchische Informationsstrukturen über. Diese zwei Megatrends sind nicht losgelöst voneinander zu betrachten.
In diesem Beitrag möchte ich den Strukturwandel der Kommunikationspraxis aus einer Vogelperspektive beschreiben. Aus dieser Perspektive unterscheiden wir grob zwischen dem Sozialbereich (Familie, Kirche, Vereine) dem Staat (Exekutive, Judikative und Legislative) sowie der Wirtschaft (öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Unternehmen). Die drei Bereiche lassen sich einteilen in eine private und eine öffentliche Sphäre (vgl. Grafik). (mehr…)